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Preußen - Maß und Maßlosigkeit

Preußen - Maß und Maßlosigkeit

Die letzte Preußin über den Staat, dem sie sich zutiefst verbunden fühlte

 
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Detaillierte Produktinformationen

Zum 100. Geburtstag der großen Publizistin

Das Preußen Marion Gräfin Dönhoffs ist das Land zweier kurzer Jahrhunderte. Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 und der aufkommenden wilhelminischen Großmannssucht ging es für immer verloren. Dem alten, eigentlichen Preußen widmet die Gräfin in diesem Buch sehr persönliche, zum Nachdenken anregende Überlegungen.

Marion Gräfin Dönhoff war dem vergangenen Preußen, dem Land ihrer Familie und ihrer Jugend, zutiefst verbunden. Und dennoch war seine Geschichte für sie ein Januskopf, voller Gegensätze. Auf zwei kurze Jahrhunderte des Maßes und des Dienstes, auf einige Generationen großer Monarchen, Epochen der Toleranz, des Wissens um die Grenzen folgte die Großmannssucht eines Deutschen Reiches, das sich letztlich als zutiefst unpreußisch erwies. Das letzte Mal trat der Geist des alten Preußens am 20. Juli 1944 in Erscheinung, dem Tag des Attentats auf Adolf Hitler. Auf der Liste der Verschwörer gegen das nationalsozialistische Regime finden sich die großen Namen der preußischen Geschichte wieder.

In ihrem historischen Essay kontrastiert Marion Gräfin Dönhoff die beiden Gesichter Preußens und erinnert sich sehr persönlich an die guten und schlechten Seiten dieses Staates, der für sie bereits 1871 untergegangen war.

Bewertungen(2)

Kundenbewertungen für Preußen - Maß und Maßlosigkeit

3 Durchschnittliche Kundenbewertung:
(aus 2 Bewertungen)
5 Sterne der Nachtgall, der Lerche jedoch nur einen...
Gast
 - 06.12.2009
 
Dem Werk der Gräfin Dönhoff gebühen ohne Frage 5 Sterne.

Der eine, leicht minderwertige Stern der Erstbewertung galt der Produktbeschreibung des Verlages. Ehre, wem Ehre gebührt - ich entschuldige mich für die mißverständliche Sterne-Vergabe.
Die "Produktbeschreibung" greift viel zu kurz.
Gast
 - 04.12.2009
 
Schon das Wort "Produktbeschreibung" geht völlig am Thema vorbei. Ja, natürlich weiß ich, daß das eine Standardmeldung der Shop-Software ist. Ja, und? Das ändert doch nichts am falschen Ausdruck. Mir scheint, der Autor dieser Produktbeschreibung hat eine Text-Zusammenfassung, würdig einer gymnasialen Mittelstufe produziert. (Wir bleiben jetzt beim Kaufmännischen und treffen damit den Kern, weil den Sinn des Online-Shops.). Das ist eine Schande für dieses zentrale Werk der Gräfin Dönhoff, so schlicht und kurz dieses Essay auch ist.

Darüber hinaus steckt ein sachlicher Fehler in der Produktbeschreibung: Zwar wird ganz richtig darauf hingewiesen, daß aus Sicht der Gräfin Preußen 1871, mit Gründung des Deutschen Reiches, sein Ende fand. Aber dann wird - aus verkaufstechnischen Gründen? - gleich auch noch der 20. Juli erwähnt, auf daß der Leser auch gleich weiß, daß es um den Widerstand ging, also um die Guten. Ich empfinde das als populistisch, denn um den Widerstand des 20. Juli geht es in dem Büchlein gar nicht. Wozu findet das dann Erwähnung?

Wer meckert, soll's auch besser können. Stimmt.
Also hier meine kurze Rezension:

In Ihrem Essay, bewußt zumindest in der Erstausgabe kleinformatig und schlicht gestaltet, zeigt die Gräfin Dönhoff nach einem kurzen Abriß der Geschichte Preußens, das Dilemma auf, in das sich das Preußische Ideal - und genau DAS ist Preußen und nicht ein ausschließlich geographisches Gebiet, bewirtschaftet von einer Nation gleichen Namens - mit Aufbau des Deutschen Reiches und dessen Gründung im Jahre 1871 befand.

Das Geschlecht derer von Dönhoff kann man als Verkörperung Preußens verstehen. Die Idee Preußens, dem sich auch der König selbst unterwarf - genau das machte das Preußische Ideal aus. Pflichterfüllung, Anstand zeigen, Verantwortung für seine Mitmenschen, sich einbringen in das Wir der Nation. Das war Preußen. Und die größte Tat Preußens war es - so sieht es die Gräfin in ihrem Werk - eben dieses Ideal bewußt in den Hintergrund zu schieben aus Verwantwortung gegenüber Deutschland. Es war klar, daß nach einer Reichsgründung durch die Einflüsse der anderen deutschen Stämme die reine preußische Lehre würde verwässert werden. Dies zu erkennen und dennoch die Pflicht zu empfinden und ihr zu folgen, also die Reichsgründung voranzutreiben und zu initiieren - das ist Preußen. Die leichte Wehmut, mit der die Gräfin Dönhoff vermerkt, für sie sei Preußen im Grunde genommen schon 1871 als einzigartiges Ideal verschieden, wird somit verständlich und nachvollziehbar.

Was nach 1871 folgte, war ein Beharren auf einem Preußen, das es nicht mehr gab. Wilhelm II. und seine unglückselige Rolle, die ihm sicher eine Mitverantwortung für den Ausbruch des Ersten Weltenbrand vermittelt. Die Reduzierung des Preußischen auf das rein Militärische, also unpolitische, das auch zu einem Kadavergehorsam führte. Der unsägliche Mißbrauch des Preußischen Ideals durch die Nationalsozialisten - alles das geschah im Namen Preußens. Aber eines Preußens, das längst vergangen war und sich des Mißbrauches nicht mehr wehren konnte.

Den letzten Höhepunkt des bösen Spieles lieferte dann der Alliierte Kontrollrat der Siegermächte. Die sinnbildlich den Leichnam Preußens noch einmal ins Scheinwerferlicht zerrte und dessen Auflösung bekannt gab. Wie absurd. Gab es Preußen noch, so muß man sich fragen: Wie will man denn eine, ja, was? Eine Nation? Ein Ideal? Wie will man dieses Was-auch-immer auflösen? Gab es aber kein Preußen mehr - und daß dem so war, konnte jeder verstehen - wozu diente dann diese Posse? Der Demütigung der Besiegten?

Und so berührt uns Preußen auch heute noch. Irritiert, wird gepriesen und verhöhnt. Dient manchem als Ideal und vielen als Feindbild. Die Gräfin gehörte zweifellos zu Preußens Elite.

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