ZEIT GESCHICHTE
Aufklärung - Aufbruch in die Moderne
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ZEIT GESCHICHTE
Aufklärung - Aufbruch in die Moderne
Verborgen lagen die Geheimnisse der Natur, bis Gott Newton erschuf und alles in hellem Licht erstrahlte: »Nature and Nature’s Law lay hid in Night. / God said: let Newton be! And all was Light!«
Diese Zeilen dichtete Alexander Pope im 18. Jahrhundert. Der Mensch, vernunftbegabt, hat göttliche Kräfte. Er kann es Licht werden lassen, sich seine Welt erschaffen, sich befreien aus seiner »selbstverschuldeten Unmündigkeit« – so lautete das Versprechen der Aufklärung.
Die Aufbruchsstimmung hatte dabei einen dunklen Hintergrund: Dem »Zeitalter der Vernunft« ging Tyrannei, gingen Mord und Totschlag voraus, tausendfach verübt im Namen Gottes; und der Dreißigjährige Krieg war nur einer von vielen blutigen Konflikten. Nun sollten Philosophie, Kunst und Wissenschaft an die Stelle der alten Mächte treten. Rund 250 Jahre später ist uns solcher Optimismus verdächtig geworden, scheint die Vernunft selbst neues Dunkel zu erzeugen. Der Kinohit des Jahres 2010, das Zukunftsmärchen Avatar, zeigt: Vernunftzweifel und Fortschrittspessimismus sind längst Gemeingut.
Unterdrückung, Aberglaube und religiös motivierte Gewalt sind nicht aus der Welt. Doch wonach ruft, wer sich heute auf die Aufklärung bezieht? Dieser Frage ist dieses Heft gewidmet: Es will das Zeitalter Lockes und Humes, Voltaires und Diderots, Lessings und Kants in seiner ganzen Vielgestaltigkeit aufscheinen lassen. Schon damals, so zeigt sich, wurden die Grenzen und Gefahren der Aufklärung diskutiert – und schon damals begegnete der wahrhaft aufgeklärte Geist sich selbst mit Skepsis.
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