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ZEIT GESCHICHTE 3/16 Wir sind das Volk

ZEIT GESCHICHTE 3/16 Wir sind das Volk

Umkämpfte Demokratie

 
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Die Deutschen und die Demokratie – 1789 bis heute Umkämpfte Demokratie   

Die Deutschen und die Demokratie – nein, es war keine Liebe auf den allerersten Blick. Bevor der Flirt mit der Freiheit zur festen Beziehung wurde, verstrich mehr als ein Jahrhundert voller hochfliegender Hoffnungen und bitterer Enttäuschungen. Die Vorkämpfer unserer Demokratie lernten zur Genüge, wie Niederlagen schmecken. Später erwuchs daraus das Bild eines einzigen Fehlversuchs. Die Geschichte wurde von ihrem katastrophalen Ende her geschrieben, als Chronik des Scheiterns, bis in dieser Lesart nach 1945 die Siegermächte das antidemokratische Virus entfernten und ein neues Betriebssystem installierten.

Dieses Heft möchte eine andere Geschichte erzählen. Es legt die lange währende Tradition der Demokratie in Deutschland frei, blickt zurück auf die ideelle Gründerzeit im Sog der Französischen Revolution – und betont, so paradox es klingt, den Erfolg des Scheiterns. Obwohl die frühen Revolutionäre die gottesgnädige Obrigkeit nicht vom Thron stießen, haben ihre beharrlichen Versuche den Freiheitsidealen auf lange Sicht doch den Weg geebnet. Denn nur weil die Demokratie so früh Wurzeln schlug, nur weil sie sich tief ins Bewusstsein prägte, konnte sie am Ende erfolgreich sein. Wenn es eine Lehre aus der Geschichte gibt, dann diese: Demokratie ist kein Drei-Teile-Puzzle aus Verfassung, Parlament und Parteien, das sich spielend über Nacht zusammensetzen lässt. Eine stabile Demokratie braucht Zeit, um zu wachsen, nicht nur in Deutschland.

Eine stabile Demokratie? Immer hass erfüllter klingen heute die Tiraden über »die da oben«. Misstrauen, Entfremdung, die neue Lust am Autoritären – die »Krise der Demokratie« hat Konjunktur. Mal wieder. Historisch gesehen, das zeigt dieses Heft, war die Demokratie in Deutschland immer umkämpft, die Krise war ihr ständiger Begleiter. Das soll nicht heißen, dass wir sorglos in die Zukunft schauen können. Aber vielleicht geht die Krisendiagnostik von falschen Voraussetzungen aus. Denn nur wer sich allzu gemütlich eingerichtet hat in unserer scheinbar selbstverständlichen Nachkriegsdemokratie, nur wer das Grundgesetz für den Zieleinlauf der Geschichte hält, mag jetzt erschrecken.

Unsere Demokratie verändert sich, und ihre Zukunft ist nicht gewiss. Die schwärmerische Vorstellung, wir seien Teil einer unaufhaltsamen Fortschrittsgeschichte, die früher oder später auch den Rest der Welt beglückt, ist so faszinierend wie falsch. So rasch, wie der Arabische Frühling verblühte und sich Europas Landkarte autoritärer färbt, so schnell verdampfen solche Illusionen. Die Demokratie ist den Deutschen nicht in den Schoß gefallen, und sie wird auch künftig kein Selbstläufer sein. Immer sind es beherzte Menschen, die sie ermöglichen – die Autoren dieses Hefts präsentieren dafür die besten Beispiele. Denn das ist die Quintessenz, die alle Beiträge verbindet: Demokratie lebt nur, wenn sie unentwegt erkämpft wird. Wenn es leidenschaftliche Demokraten gibt, die sie mit Zähnen und Klauen verteidigen. Gestern wie heute.

 

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