changement! Ausgabe 07/21: Die Rolle der Emotionen im Change

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changement! Ausgabe 07/21: Die Rolle der Emotionen im Change

Nur ganz oder gar nicht

Wenn zu „Emotionen am Arbeitsplatz“ diskutiert oder geschrieben wird, geht es meist um eines von zwei Themen: die Liebe oder das Weinen. Zugegeben, beides kommt vor. Laut einer Studie von ElitePartner soll angeblich fast jeder Dritte mindestens einmal in einen Kollegen oder eine Kollegin verliebt gewesen sein. Das ist nicht überraschend, schließlich  verbringen  wir  einen  Großteil  unseres  Lebens  mit  Arbeiten.  Doch im Rahmen von Change Management dürfte die Liebe eher  eine untergeordnete Rolle spielen. Aber Genaueres weiß ich nicht. Was ich aber weiß: Das Thema „Emotionen“ ist in Bezug auf das Gestalten von Veränderungen hochrelevant. Und dabei geht es mitnichten um die Frage, ob man Emotionen im Job zeigen oder gar am Arbeitsplatz weinen darf. Sondern es geht darum, zu verstehen, dass der Mensch ein emotionales Wesen ist. Gefühle spielen fast immer eine Rolle bzw. sind gegenwärtig, egal ob wir sie zeigen oder nicht. Unser tägliches Handeln im  Job  passiert  nicht allein  aus  der Vernunft  heraus,  sondern  wird  oft  von unseren  Gefühlen  gelenkt. Und gerade im beruflichen Kontext haben wir viel mit anderen zu tun, entwickeln sich Beziehungen, findet Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und  Kollegen  statt oder tauschen  wir  uns  mit Kunden  aus.  Und das geht nicht ohne Emotionen. Auch wenn wir beispielsweise den Ärger runterschlucken, beeinflusst er unser Denken und Handeln. Die Behauptung, Emotionen  hätten am  Arbeitsplatz  nichts zu  suchen, seien unprofessionell, ist Unfug. Was nicht heißt, dass es okay ist, die    Arbeitsabläufe durch permanente Wutausbrüche zu stören – oder durch lautstarke Freuden schreie.  Alles  in  Maßen. Führungskräfte im Change müssen sich bewusst machen, dass der Mensch keine Maschine ist, sondern Gefühle hat. Und dass bestimmtes Handeln oder Nichthandeln etwas bei ihm oder ihr auslösen kann. Fehlende  Würdigung führt  vielleicht  dazu, dass  sich  Mitarbeitende  verletzt oder traurig fühlen; Missverständnisse können wütend machen, Unklarheit löst bei manchen Ängste aus. Und plötzlich entsteht Widerstand, und im Management heißt es: Die Belegschaft ist veränderungsunwillig. Wir sind Menschen – mit all unseren Emotionen. Uns gibt es nur ganz oder gar nicht. Gefühle legen wir nicht einfach ab, nur weil wir vom  privaten Wohnzimmer  ins Büro gehen  oder  der Zoom-Konferenz mit den Kollegen beitreten. In der Corona-Pandemie ist das besonders deutlich  geworden.
 
Jan C. Weilbacher, Chefredakteur
Ausgabe:
07/21
Erscheint am:
01.10.2021

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