



Aus Weimar lernen
Wie steht es um die Freiheit, wenn die Feinde der Demokratie zum ersten Mal eine Landtagswahl gewinnen? Wenn sie an die Macht kommen, in Koalitionen oder Alleinregierungen? Darüber lässt sich spekulieren, in Gedankenspielen und Szenarien. Oder wir suchen die Antwort dort, wo sie Realität geworden ist – in der Weimarer Republik. Dieses Heft erzählt den Niedergang der ersten deutschen Demokratie von Anfang an. Gescheitert ist Weimar nicht an den Nationalsozialisten, sondern am schwindenden Rückhalt, an den Wählerinnen und Wählern. Weimar ist ein Beispiel dafür, dass moderne Demokratien nicht erdrutschartig untergehen, sondern durch unmerkliche Erosion. Die wichtigste aller Lehren daraus ist, auf scheinbar geringfügige Deformationen zu achten und jeden Fußbreit dieses Bodens zu verteidigen, bevor er zu Treibsand wird. Wehrhaft ist eine Demokratie nur, wenn die Demokraten sich rechtzeitig wehren.
In guter Verfassung
So bescheiden, ohne Glanz und Pathos, ist selten ein Staat gegründet worden wie am 23. Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland. Nichts deutete an diesem Tag darauf hin, dass eine der erfolgreichsten Demokratien der Welt geboren wurde. Tatsächlich war das Grundgesetz seiner Zeit voraus: Geschaffen wurde ein robustes Fundament, auf dem die Demokratie in Deutschland reifen konnte. Das Grundgesetz sollte die Lehren aus Weimar beherzigen und die Demokratie wetterfest machen. Die Massendemonstrationen von Freiburg bis Freiberg geben Hoffnung, dass unsere Demokratie trotz aller Krisen auch nach 75 Jahren noch – in guter Verfassung ist.
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Themen im Heft:
- Titelthema: Weimar. Das langsame Sterben einer Demokratie – und was wir daraus lernen können.
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Wann kippte es? Die Deutschen haben der Demokratie das Vertrauen entzogen. Eine Lehre für heute
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Die vermeidbare Katastrophe. Die Republik musste nicht scheitern. Warum ging sie dennoch unter?
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»Ein schwarzer Tag für Deutschland«. 1930 zerbricht die Große Koalition – und mit ihr der Parlamentarismus
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»Wohin es führt ...«. Was können wir aus der Geschichte Weimars lernen? Der Historiker Andreas Wirsching im Gespräch
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Titelthema: Die wehrhafte Demokratie. Wie unser Grundgesetz 1949 entstand – und Deutschland bis heute prägt.
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Aufbruch aus Ruinen. Bilder des doppelten Neubeginns in Deutschland
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Unantastbar. Wie der berühmte Artikel 1 über die Würde des Menschen ins Grundgesetz kam
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In Feindschaft vereint. Adenauers rigider Antikommunismus hält die junge Bundesrepublik zusammen
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»Das hält eine Demokratie aus«. Wie wehrhaft ist das Grundgesetz? Der Historiker Ulrich Herbert und die Ex-Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Gespräch
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