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Frieden, aber wie?

Am Anfang steht oft ein markanter Moment: der Prager Fenstersturz, der den Dreißigjährigen Krieg auslöst; das Attentat von Sarajevo, das den Ersten Weltkrieg entfesselt; Putins Propagandashowzur Anerkennung der »Volksrepubliken« Donezk und Luhansk, die Russlands Angriff auf die Ukraine eröffnet. Wie Kriege beginnen, lässt sich meist eindeutig bestimmen. Aber wie enden sie?

Und vorallem: Was muss geschehen, damit sie enden? In bangen Zeiten, in denen der Krieg nach Europa zurückgekehrt ist und der Frieden auch im Nahen Osten in weite Ferne rückt, will unser Heft zeigen, auf welche Weise vergangene Kriege beigelegt wurden. Was musste geschehen, damit die Waffen schwiegen und Feinde einen Frieden schlossen, der mehr war als eine Feuerpause? Was lehrt die Geschichte?

Der Streifzug durch die Jahrhunderte verdeutlicht: Nichts hat den Weg zum Frieden so sehr bestimmt wie der Wandel des Krieges. Führten die europäischen Mächte im 18. und 19. Jahrhundert meist begrenzte Kriege, deren Ergebnisse auf Augenhöhe verhandelt wurden, gab es angesichts der Massenverbrechen des 20. Jahrhunderts nichts mehr zu besprechen: Die »totalen Kriege« verlangten einen »gerechten Frieden«, der die völlige Unterwerfung und Bestrafung der Schuldigen vorsah. Deshalb liefert dieses Heft keine mustergültige Gebrauchsanleitung. Auch der oft gelobte Westfälische Frieden von 1648 ist nicht mehr als ein Erfolgsmodell seiner Zeit: Es ist kaum anzunehmen, dass heute die Ukraine durch ein»immerwährendes Vergessen« der russischen Verbrechen Frieden finden könnte. Gleichwohl lassen sich wiederkehrende Muster erkennen, die zeigen, unter welchen Voraussetzungen sich ein Fensterfür Verhandlungen öffnen kann und wie ein Frieden beschaffen sein muss, der nicht den Keim des nächsten Krieges in sich trägt. Letztlich hat keine friedensstiftende Maßnahme – weder die mittelalterliche »Erniedrigung der Heiligen« noch die Heiratspolitik, weder Diplomatie noch Völkerrecht – den Krieg auf Dauer gebannt. In manchen Weltregionen ist er geradezu heimisch geworden: Während diese Ausgabe entstanden ist, eskalierte der Konflikt im Nahen Osten, den manche inzwischen für unlösbar halten. Ist Immanuel Kants Traum vom »ewigen Frieden« also eine Illusion? Dagegen spricht ein Blick auf das blutigste Schlachtfeld der Geschichte. In Europa zeigt der Zusammenschluss zur Staaten Union einen Wegauf, die kriegerische Vergangenheit abzuschütteln. Insofern greift das imperiale Russland nicht nur die Ukraine, sondern auch Europas Idee vom Frieden an. Um diese Idee zu schützen, das gehört zuden bitteren Aporien, bedarf es im Zweifel eines Krieges.

Frank Werner, Chefredakteur

 

Themen im Heft:

  • Ist es vorbei? Bilder voller Hoffnung und Zweifel
  • Krieg und Frieden: Wie beginnen bewaffnete Konflikte? Und wie lassen sie sich beenden?
  • Gewalt ohne Ende? Im Mittelalter sind Kriege alltäglich. Doch es finden sich Mittel, sie einzuhegen
  • Der Beginn einer Freundschaft: 1812 schließen die USA und Großbritannien einen Frieden, der bis heute hält
  • Den Feind unschädlich machen Bismarcks: Demütigung Frankreichs 1871 bereitet den Boden für den nächsten Krieg
  • Der Krieg, der die Kriege nährt: Wann der Erste Weltkrieg endet, ist eine Frage des Standpunktes
  • Bis zum bitteren Ende: 1943 fordern die Alliierten die bedingungslose Kapitulation der Achsenmächte – eine Premiere in der Kriegsgeschichte
  • »Putin wurde von der Hamas überrascht«: Die Konfliktforscherin Sabine Fischer über den Nahen Osten, Russland und die Frage, wie die Ukraine eines Tages Frieden finden könnte

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ZEIT GESCHICHTE 6/23 Wie Kriege enden

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