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Lange blieb die Ukraine ein blinder Fleck auf der Landkarte der Deutschen. Der Schatten Russlands hatte sich über sie gelegt. Blickten die Deutschen nach Osten, schauten sie auf Moskau, nicht auf Kiew. Mit der Sowjetunion meinte man Russland und vergaß die Ukraine. Bis heute wird Hitlers Vernichtungskrieg gerne mit »Russlandfeldzug« übersetzt, obwohl die Ukraine zu seinen tödlichsten Schlachtfeldern gehörte.

Unser Heft blickt vor allem auf die deutsch-ukrainischen Beziehungen. Es will zeigen, dass die Ukraine nicht erst 1991 nach dem Zerfall der Sowjetunion entstanden ist, sondern auf einer älteren, von Russland unabhängigen Tradition gründet – die eng verwoben ist mit der deutschen Geschichte. Wie wichtig der Osten für Preußen und Deutschland stets war, geriet im Westen nach 1945 schnell in Vergessenheit; der Eiserne Vorhang versperrte gleichsam die Sicht. Unser Heft entdeckt die alten Beziehungen neu: Es erzählt von den Missionaren des Mittel- alters, den Händlern der Hanse, vom ersten ukrainischen Staat im 17. Jahrhundert und von der ukrainischen Nationalbewegung, die in beiden Weltkriegen mit den Deutschen paktierte, obwohl diese im Osten eigenen »Lebensraum« erblickten – eine koloniale Fantasie, die in einer mörderischen Vernichtungspolitik gipfelte, der fast acht Millionen Ukrainer zum Opfer fielen.

Auch wenn es darum ging, Verantwortung für die Verbrechen zu übernehmen, hielten die Deutschen sich fast ausschließlich an Russland. Nun ist es ausgerechnet Putins Krieg, der die Chance für einen Neuanfang in den deutsch-ukrainischen Beziehungen bietet. Die Voraussetzungen dafür: das Überleben der Ukraine mit deutscher Hilfe – und die Entsorgung des russifizierten Geschichtsbildes. Die Deutschen sollten die Ukraine nicht nur als Nation bewundern, die in der Not zusammen- wächst, sondern ihr die eigenen kulturellen Wurzeln, die eigene Geschichte zurückgeben. Dazu möchte unser Heft beitragen.

Frank Werner
Chefredakteur

Themen im Heft:

  • Weiter östlich: Ukrainer und Deutschland, Vergangenheit und Gegenwart
  • Die Entdeckung der Ukraine: Ein ukrainischer und ein deutscher Historiker blicken auf die gemeinsame Geschichte ihrer Länder
  • »Europa ist uns feindlich«. Im 19. Jahrhundert verbünden sich Preußen und Russland – auf Kosten Polens
  • »Zweifellos zig Millionen Menschen verhungern«. Die Deutschen herrschen von 1941 an über die Ukraine – und plündern sie aus
  • Der Pakt mit dem Teufel: Stepan Bandera kämpft im Zweiten Weltkrieg für die ukrainische Unabhängigkeit – und dient sich dabei den Nationalsozialisten an
  • »Wie auf einem Sklavenmarkt«. Das Schicksal der ukrainischen Zwangsarbeiter bleibt lange in Vergessenheit
  • Unter sowjetischer Herrschaft: Die Grenzen der Ukraine von 1920 bis 1991
  • Kehrtwende im Krieg: Wie die deutsche Politik die Ukraine über Jahrzehnte hinweg missachtet hat

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ZEIT GESCHICHTE 3/23 Die UKRAINE, RUSSLAND und WIR

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