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Weimars Warnung

War die Weimarer Republik dem Untergang geweiht? Die Geschichte kennt kein Ziel, sie läuft nicht auf Schienen: Auch den Demokraten stand im Jahr 1932 die Zukunft offen. Aber sie sah düster aus. Die Republik trug schwer am Erbe des Weltkriegs, die dichte Folge von Krisen hatte viele Ängste geschürt, viele Hoffnungen zerstört. Für die meisten Menschen war Weimar eine Welt im Schleudergang, ohne festen Halt. Und dann brach die größte Wirtschaftskatastrophe des Jahrhunderts herein.

Unser Heft erzählt vom Scheitern der ersten deutschen Demokratie, einem Untergang auf Raten, der im März 1930 mit der Auflösung der letzten vom Parlament getragenen Regierung begann und sich im Sog der Weltwirtschaftskrise dramatisch zuspitzte. Bei den Wahlen 1930 errangen die Nationalsozialisten einen Erdrutschsieg; kaum zwei Jahre später wurde der Reichstag selbst zur größten Bedrohung für die Republik, weil Nazis und Kommunisten die Mehrheit erlangten. Was dann folgte, war aktive Sterbehilfe: Die Demokratie lag schon auf dem Totenbett, als die stockkonservative Machtkamarilla um Reichspräsident Hindenburg nach autoritären Lösungen suchte und schließlich Hitler zum Kanzler kürte.

Die Agonie der Weimarer Republik lehrt uns, wie zerbrechlich eine Demokratie ist, wie sehr sie auf Zuspruch und Vertrauen gründet – und dass die Freiheit im Nu verspielt werden kann, wenn zu ihrer Verteidigung nur halbherzige »Vernunftrepublikaner« aufgeboten werden. Über Jahrzehnte hat sich die Bundesrepublik diese Erfahrung als warnendes Beispiel auf die Fahnen geschrieben. Nach der Wiedervereinigung aber verstummten die Dämonen der Vergangenheit: Die Berliner Republik schien gereift, die Demokratie gefestigt. Und überhaupt: Geschichte wiederholt sich nicht.

Das Argument lässt sich aber auch umdrehen: Eine gewachsene Tradition garantiert noch keine blühende Zukunft, auch jahrhundertealte Fundamente schützen nicht vor dem Verfall. In Weimars letzten Jahren war die Angst vor einem Bürgerkrieg allgegenwärtig – in den Vereinigten Staaten wächst diese Angst gerade; Wut und Misstrauen grassieren hier wie in anderen vermeintlich stabilen Demokratien des Westens. Und sollten Inflation und Krieg viele Menschen tatsächlich an den Rand des Ruins treiben, steht auch unserer Wohlstandsdemokratie die Nagelprobe noch bevor. Dann erinnern wir uns wieder an Weimar. Daran, wie schnell es zu spät sein kann.

Frank Werner
Chefredakteur

 

Themen im Heft:

  • Als die Freiheit starb: Bilder vom Todeskampf der Weimarer Republik
  • Schicksalsjahr 1932: Woran zerbrach die erste deutsche Demokratie? Nicht nur an der Last ihrer Krisen
  • »Das Publikum rast« Hitler zieht die Massen an, die Reichstagswahl 1930 wird sein großer Triumph
  • »Die KPD wartete auf den Zusammenbruch« Der Historiker Gerd Koenen über die Feindschaft zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten – und warum es keinen Aufstand gegen Hitler gab
  • Mahnruf für die Freiheit Zeitzeugnis: Was Einstein, Mann und Kollwitz im Juli 1932 von SPD und KPD fordern
  • »Die Zeichen stehen auf Sturm« Wie die deutsche und internationale Presse Hitlers Kanzlerschaft kommentiert
  • Morde und Mythen Was wurde aus den Totengräbern der Republik?
  • Musste Weimar scheitern? Der Historiker Heinrich August Winkler antwortet auf zwölf Thesen zum Ende der Demokratie

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ZEIT GESCHICHTE 5/22 Weimars Ende

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