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Von Rom bis Berlin

Die Geschichte der deutschen Kaiser beginnt mit einer Sensation. Nach seiner Krönung 962 in Rom bricht Otto der Große mit allen Konventionen: Auf seinem Siegel zeigt er sich nicht wie gewohnt mit Schild und Fahnenlanze, sondern im römischen Ornat, mit Krone, Zepter und Globus, dem antiken Symbol für Weltherrschaft. Kein fränkischer Krieger tritt uns hier entgegen, sondern ein römischer Kaiser. »Otto IMP AVG«, heißt es über seinem Konterfei, »Otto Imperator Augustus«.

Es war die Geburtsstunde jenes Imperiums, das man später das Heilige Römische Reich nennen wird, mit einem Kaiser an der Spitze, der sich als Schutzherr der gesamten Christenheit verstand. Für diesen nicht gerade unbescheidenen Herrschaftsanspruch bemühte Otto – wie schon Karl der Große 162 Jahre zuvor – die mächtige Tradition des alten Rom.

Nichts an diesem Neurömer auf dem Thron war also deutsch. Dennoch gilt er als erster deutscher Kaiser – weil sein Stammland, das aus der Konkursmasse der Karolinger hervorgegangene Ostfränkische Reich, später zum Kernland der Deutschen wurde; als Teil des Heiligen Römischen Reiches, das im 15. Jahrhundert den Namenszusatz »Deutscher Nation« erhielt.

Unser Heft erzählt die Herrschergeschichte dieses Reiches, von Otto dem Großen bis zum Untergang in napoleonischer Zeit. Nur die Treue zum Kaiser hielt den bunten Länderhaufen so lange zusammen – ein Flickwerk von zeitweise 300 Territorien, das von der Ostsee bis nach Italien reichte, voller Widersprüche und Konflikte steckte und trotzdem zu den stabilsten Staatswesen der europäischen Geschichte gehört. Wer waren die Kaiser, die so viel Kontinuität ermöglichten? Und wie herrschten sie in einem Reich ohne Hauptstadt und Heer, ohne einheitliche Verwaltung und Verfassung?

Die Geschichte der deutschen Kaiser endet, wie sie begann: mit der Erfindung einer Tradition. Nach der stillen Auflösung des Reichs 1806 lassen die Hohenzollern die Kaiserwürde 1871 wieder aufleben – ihrem Selbstverständnis nach treten sie (und nicht etwa die Habsburger) das Erbe des Alten Reiches an. Auf 844 Jahre römische Heiligkeit folgen 47 Jahre preußische Dynastie, bis zum endgültigen Schlussakt, der zugleich eine Premiere ist: Als Wilhelm II. 1918 abtreten muss, erleben die Deutschen ihren ersten revolutionären Kaisersturz. Wilhelm fällt tief genug, um die Monarchie im Land mit in den Abgrund zu reißen.

Frank Werner
Chefredakteur

Themen im Heft:

  • Im Land der Kaiser: Auf den Spuren der mittelalterlichen Herrscher
  • Heilige Mission: Wie die römisch-deutschen Kaiser das Selbstverständnis der Deutschen prägen
  • Was war »groß« an Otto? Der erste Kaiser des Reichs übersteht alle Machtkämpfe und legt so den Grundstein für ein europäisches Imperium
  • Der große Coup des Kaisers: Karl IV. erlässt 1356 die Goldene Bulle: Das Regelwerk bleibt bis 1806 gülti
  • Der Ungekrönte: Unter Maximilian I. steigen die Habsburger zur Weltmacht auf
  • Die Kriegskaiser: Drei Habsburger wollen ihre Macht gegen die Fürsten behaupten: Das stürzt Europa in den Dreißigjährigen Krieg
  • Goldenes Haupt Wer trug sie? Wie alt ist sie? Die Reichskrone steckt noch immer voller Rätsel
  • Von Gottes Gnaden: Kaiserwetter, Kaiserstuhl, Kaiserschmarrn: Wo der Monarch noch unter uns weilt

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ZEIT GESCHICHTE 6/22 Die Deutschen Kaiser

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