ZEIT GESCHICHTE 3/22 Deutsche Auswanderer

Aufbruch in ein neues Leben - von 1680 bis heute
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ZEIT GESCHICHTE 3/22 Deutsche Auswanderer

Gelobtes Land

Mütter kauern neben gepackten Taschen auf dem Boden des Berliner Bahnhofs, die Erschöpfung steht ihnen im Gesicht. Kinder hüllen sich in Decken, umklammern ihr Stofftier so fest, als drohe es im Sturm davonzuwehen. Mehr als fünf Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer haben ihr vom Krieg heimgesuchtes Land verlassen. Europa erlebt das größte Flüchtlingsdrama seit dem Zweiten Weltkrieg.

Unser Heft erinnert an die Zeiten, in denen auch die Deutschen Zuflucht in anderen Ländern gesucht haben. Wir blicken zurück auf die Auswanderungsbewegung, die im späten 17. Jahrhundert einsetzte, als immer mehr Menschen ihrer Heimat den Rücken kehrten, um Armut, Hunger, Verfolgung und Knechtschaft zu entgehen. Sie waren keine Flüchtlinge im engeren Sinn, aber oft von der Not Getriebene; für viele von ihnen war der Aufbruch in die Fremde keine abenteuerlustige Entscheidung, sondern die letzte Option.

Anders jedoch als die meisten ukrainischen Mütter und Kinder hofften die Auswanderer nicht auf baldige Heimkehr. Wer im 18. oder 19. Jahrhundert an Bord eines Schiffs nach Amerika ging, nahm unwiderruflich Abschied vom alten Leben. Unser Heft erzählt, wie aus Auswanderern Einwanderer wurden, die ihr Glück in den Vereinigten Staaten, in Kanada, Russland, Brasilien, Argentinien, Australien oder Palästina suchten. In den USA blickt heute jeder siebte, im US-Bundesstaat Wisconsin sogar fast jeder zweite Amerikaner auf deutsche Vorfahren zurück. Die Deutschen prägten die Aufstiegs- und Erfolgsgeschichte ihrer neuen Heimat maßgeblich mit.

Johann Wolfgang von Goethe beschreibt 1821 in seinem Roman Wilhelm Meisters Wanderjahre den »lebhaften Trieb nach Amerika«, der genährt worden sei »durch wünschenswerte Besitzungen, die man erlangen konnte«. Ganze Grafschaften hätten dort »an der Grenze des bewohnten Landes« zum Kauf gestanden. So beginnen viele Geschichten, die Auswanderer aus Amerika erzählen: Sie pflügen unbewohntes Land, besiedeln den Kontinent. Unser Heft möchte den Blick auch für den Teil der Geschichte öffnen, der meist unerwähnt bleibt: Das gelobte Land war geraubt, in der »Neuen Welt« lebten seit Jahrhunderten indigene Völker. Den Europäern bot die Auswanderung die Chance, ein neues Leben zu beginnen - die Ureinwohner vertrieb sie aus ihrer Heimat und machte sie zu Flüchtlingen im eigenen Land.

Themen im Heft:

  • Nächster Hafen Zukunft: Bilder vom Weggehen und Ankommen
  • Weltwärts: Deutschland, Auswanderungsland. Von Luther bis heute
  • Gegen das Amerikafieber: Mit Verboten versuchen die deutschen Länder, den Exodus zu stoppen
  • Neues Deutschland: Idealisten wollen in Amerika einen deutschen Freistaat gründen
  • Furcht und Flucht: Noch loyal? Die Deutschamerikaner geraten in den Weltkriegen unter Verdacht
  • Das süße Gift der Erinnerung: Eine russlanddeutsche Familie, ihre Geschichte und das Geheimnis der Nachtbeeren
  • Expedition in der Strafkolonie: Warum um 1840 ein deutscher Abenteurer und preußische Altlutheraner nach Australien aufbrechen
  • »Was nehme ich mit, wenn es Krieg gibt?« Was Flucht bedeutet, hat uns der Krieg in der Ukraine nahegebracht, sagt Historiker Andreas Kossert

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Ausgabe:
3/22
Erschienen am:
24.05.2022

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Sehr informativer Überblick zum Thema

Qualität und Verarbeitung wie immer gut
Preis/Leistungsvehältnis in jedem Fall angemessen

Weiter so!

Sehr gut verarbeitet, fest gebunden. Sehr gut wie ein Buch zu behandeln. Vom Inhalt/Thematik sehr interessant. Gute alte Fotos. Anschaulich!

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